Anthurium Veitchii Pflege & Vermehrung: So wird dein King Anthurium prächtig
Anthurium Veitchii Pflege + Vermehrung: So wird deine Königin prächtig 👑
Die Anthurium Veitchii ist eine dieser Pflanzen, bei denen man einmal hinschaut und sofort denkt: Okay, du bist nicht einfach nur eine Zimmerpflanze – du bist ein Statement.
Mit ihren langen, stark gerippten Blättern gehört sie zu den beeindruckendsten Anthurien überhaupt. Nicht umsonst wird sie auch King Anthurium genannt.
In diesem Beitrag schauen wir uns genau an, wie du deine Anthurium Veitchii richtig pflegst, welchen Standort sie liebt, welches Substrat funktioniert, wie du sie gießt, düngst und vermehrst.
Der Artikel basiert auf meinem YouTube-Video:
„Anthurium Veitchii Pflege + Vermehrung: So wird deine Königin prächtig 👑“
Was ist die Anthurium Veitchii?
Die Anthurium veitchii ist eine epiphytisch wachsende Anthurie aus der Familie der Aronstabgewächse. Sie ist besonders für ihre langen, hängenden und wellig gerippten Blätter bekannt. In der Natur wächst sie auf Bäumen oder Felsen und nutzt ihre Wurzeln, um sich festzuhalten und Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen. Quelle
Ihr Spitzname King Anthurium passt wirklich perfekt, denn große Exemplare können Blätter von über einem Meter Länge bilden.
Das ist dann keine kleine Pflanze mehr. Das ist eher ein grüner Vorhang mit königlicher Attitüde.
Herkunft der Anthurium Veitchii
Die Anthurium Veitchii stammt aus tropischen Regenwäldern Kolumbiens. Dort wächst sie unter warmen, feuchten und eher schattigen Bedingungen. Quelle
Als Zimmerpflanze bedeutet das: Sie möchte es hell, aber nicht sonnig, warm, luftfeucht und schön luftig an den Wurzeln.
Wenn du ihr diese Bedingungen gibst, kann sie mit der Zeit wirklich beeindruckende Blätter entwickeln.
Narrow Form und Wide Form: Was ist der Unterschied?
Bei der Anthurium Veitchii begegnen dir häufig Begriffe wie Narrow Form und Wide Form.
Der Unterschied liegt vor allem in der Blattform und der Wirkung der Rippenstruktur.
- Narrow Form: schmalere Blätter, oft eleganter und länglicher
- Wide Form: breitere Blätter, meist etwas massiver und imposanter
Beide Formen können wunderschön werden. Welche besser ist, ist reine Geschmackssache.
Die Narrow Form wirkt oft etwas feiner und schlanker, während die Wide Form mehr dieses „Ich brauche jetzt bitte meine eigene Wandfläche“-Gefühl mitbringt.
Ist die Anthurium Veitchii giftig?
Ja, die Anthurium Veitchii gilt wie viele Aronstabgewächse als giftig.
Sie enthält Calciumoxalat-Kristalle, die bei Kontakt oder Verzehr Reizungen auslösen können. Besonders beim Kauen oder Verschlucken kann es zu Brennen, Schwellungen und Reizungen im Mund- und Rachenraum kommen. Deshalb sollte sie außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren stehen. Quelle
Beim Schneiden, Teilen oder Umtopfen kannst du vorsichtshalber Handschuhe tragen.
Der richtige Standort für Anthurium Veitchii
Die Anthurium Veitchii mag einen hellen Standort mit indirektem Licht.

Direkte Mittagssonne solltest du vermeiden, denn die Blätter können schnell Sonnenbrand bekommen. Besonders bei großen, dünneren Blättern sieht man Verbrennungen leider sehr deutlich.
Gut geeignet sind:
- ein helles Ostfenster
- ein Westfenster mit milder Abendsonne
- ein heller Platz mit Abstand zum Südfenster
- ein Standort unter Pflanzenlampen
- ein Gewächshausregal oder eine Vitrine
Als grober Richtwert funktionieren etwa 500 bis 5.000 Lux, wobei sie bei mehr Licht natürlich besser wachsen kann – solange es nicht direkte, brutzelnde Sonne ist.
Keine Zugluft, bitte
Die Anthurium Veitchii mag keine kalte Zugluft.
Ein Platz direkt zwischen zwei Fenstern oder neben einer ständig geöffneten Balkontür ist daher eher ungünstig.
Sie möchte tropisch wohnen, nicht im Durchzug stehen wie ein vergessener Regenschirm im Hausflur.
Temperatur: Warm und stabil
Die ideale Temperatur liegt ungefähr zwischen 15 und 26 °C.
Wichtiger als die perfekte Zahl ist aber, dass die Temperatur möglichst stabil bleibt.
Vermeide:
- kalte Fensterbänke im Winter
- Temperaturen unter 15 °C
- kalte Zugluft
- starke Schwankungen zwischen Tag und Nacht
Bei warmen Temperaturen wächst sie meist deutlich aktiver. Bei kühleren Bedingungen wird sie langsamer und braucht entsprechend weniger Wasser und Dünger.
Luftfeuchtigkeit für Anthurium Veitchii
Die Anthurium Veitchii liebt eine höhere Luftfeuchtigkeit.
Optimal sind etwa 60 bis 80 % Luftfeuchtigkeit. Gerade bei neuen Blättern macht das einen großen Unterschied.
Zu trockene Luft kann dazu führen, dass neue Blätter stecken bleiben, sich unschön entfalten oder braune Ränder bekommen.
Du kannst die Luftfeuchtigkeit erhöhen durch:
- einen Luftbefeuchter
- eine Pflanzenvitrine
- ein Gewächshausregal
- Pflanzengruppen
- eine Schale mit Wasser in der Nähe
Wenn du große, schöne Blätter möchtest, ist Luftfeuchtigkeit bei dieser Pflanze wirklich ein wichtiger Punkt.
Das richtige Substrat für Anthurium Veitchii
Die Anthurium Veitchii braucht ein luftiges, lockeres und gut drainierendes Substrat.
Da sie in der Natur epiphytisch wächst, sollte das Substrat nicht kompakt und schwer sein. Die Wurzeln brauchen Sauerstoff.
Ein guter Aroidmix kann zum Beispiel bestehen aus:
- Pinienrinde oder Orchideenrinde
- Perlite
- Kokoschips
- etwas Torf oder Kokoserde
- Bims oder Lava
- optional etwas Sphagnum Moos
Das Ziel ist ein Substrat, das Feuchtigkeit hält, aber gleichzeitig viel Luft an die Wurzeln lässt.
Staunässe ist bei Anthurien wirklich ein schneller Weg Richtung Wurzelfäule. Und Wurzelfäule ist ungefähr so beliebt wie Thripse auf einer Lieblingspflanze.
Anthurium Veitchii in mineralischem Substrat
Die Anthurium Veitchii kann auch in mineralischem Substrat oder Semi-Hydro gut funktionieren.

Wichtig ist dabei, dass du Wasserstand, pH-Wert und Nährstoffkonzentration im Blick behältst.
Ein guter Bereich ist:
- pH-Wert: etwa 5,5 bis 6,0
- Leitwert: maximal etwa 1.000 µS
- Wasserstand: lieber kontrolliert als dauerhaft zu hoch
Gerade bei mineralischer Kultur gilt: Weniger ist oft mehr.
Zu viel Dünger oder ein zu hoher Leitwert kann die Wurzeln stressen.
Anthurium Veitchii richtig gießen
Beim Gießen mag die Anthurium Veitchii es gleichmäßig leicht feucht, aber niemals nass.
In organischem Substrat kannst du mit der Fingerprobe arbeiten: Wenn die oberen 2 bis 3 cm trocken sind, darf wieder gegossen werden.
Das Substrat sollte nicht komplett austrocknen, aber auch nicht dauerhaft klatschnass sein.
Typische Fehler beim Gießen sind:
- zu häufiges Gießen
- zu schweres Substrat
- kein Abflussloch im Topf
- Wasser im Übertopf stehen lassen
- im Winter genauso viel gießen wie im Sommer
Wenn die Pflanze kühler steht oder weniger Licht bekommt, braucht sie auch weniger Wasser.
Kalkfreies Wasser verwenden
Die Anthurium Veitchii reagiert empfindlich auf sehr kalkhaltiges Wasser.
Wenn dein Leitungswasser sehr hart ist, kannst du Regenwasser, gefiltertes Wasser oder abgestandenes Wasser verwenden.
Gerade bei empfindlicheren Anthurien kann gutes Wasser langfristig einen großen Unterschied machen.
Düngen: Lieber regelmäßig schwach
Die Anthurium Veitchii braucht während der Wachstumszeit regelmäßig Nährstoffe.
Aber bitte nicht nach dem Motto: Viel hilft viel.
Gerade bei Anthurien ist eine schwächere, regelmäßige Düngung oft besser als seltene Düngerbomben.
Im Frühling und Sommer kannst du regelmäßig schwach düngen. Im Winter oder bei wenig Wachstum solltest du die Düngung reduzieren.
Wenn du mineralisch kultivierst, gibst du die Nährstoffe ohnehin über das Gießwasser.
Blattpflege: Staub runter, Schönheit rauf
Die großen Blätter der Anthurium Veitchii sammeln gerne Staub.
Deshalb solltest du sie regelmäßig mit einem weichen, feuchten Tuch abwischen.
Das hat gleich mehrere Vorteile:
- die Blätter sehen schöner aus
- die Pflanze kann besser Licht aufnehmen
- du entdeckst Schädlinge früher
- neue Schäden fallen schneller auf
Bitte keine aggressiven Blattglanzmittel verwenden. Ein feuchtes Tuch reicht völlig.
Braucht Anthurium Veitchii eine Rankhilfe?
Größere Exemplare können von einer Unterstützung profitieren.

Da die Blätter lang und schwer werden können, hilft eine Rankhilfe oder ein Stab dabei, die Pflanze stabil zu halten.
Geeignet sind:
- Moosstäbe
- Bambusstäbe
- Pflanzenstützen
- breite Clips oder weiche Pflanzenbinder
Wichtig ist, die Pflanze nicht zu fest anzubinden. Die Stiele sollten nicht eingeschnürt werden.
Umtopfen der Anthurium Veitchii
Umtopfen solltest du die Anthurium Veitchii, wenn der Topf komplett durchwurzelt ist oder das Substrat alt und verdichtet wirkt.
Ein guter Zeitpunkt ist Frühling oder Sommer, wenn die Pflanze aktiv wächst.
Beim Umtopfen solltest du:
- die Pflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen
- altes Substrat locker entfernen
- Wurzeln auf Fäule kontrollieren
- matschige oder tote Wurzeln entfernen
- in frisches, luftiges Substrat setzen
- nicht zu tief einpflanzen
- danach leicht angießen
Nimm den neuen Topf nicht zu groß.
Ein etwas größerer Topf reicht völlig. Zu viel Substrat um die Wurzeln herum bleibt oft zu lange nass.
Anthurium Veitchii vermehren
Die Anthurium Veitchii lässt sich auf verschiedene Arten vermehren.
Am einfachsten ist die Vermehrung durch Teilung oder Ableger. Samenanzucht ist ebenfalls möglich, braucht aber deutlich mehr Geduld.
Vermehrung durch Teilung
Die Teilung ist eine der einfachsten Methoden.
Wenn deine Pflanze groß genug ist und mehrere Wachstumspunkte hat, kannst du sie beim Umtopfen vorsichtig teilen.
Wichtig ist, dass jedes Teilstück besitzt:
- gesunde Wurzeln
- mindestens einen Wachstumspunkt
- idealerweise ein oder mehrere gesunde Blätter
Nach der Teilung setzt du die einzelnen Pflanzenteile in frisches, luftiges Substrat.
Danach sollte die Pflanze warm, hell und luftfeucht stehen.
Vermehrung über Samen
Die Samenanzucht ist möglich, aber deutlich aufwendiger.
Dafür brauchst du eine erfolgreiche Bestäubung, reife Beeren und frische Samen.
Anthurium-Samen verlieren schnell ihre Keimfähigkeit, deshalb sollten sie möglichst frisch ausgesät werden.
Für die Aussaat eignet sich ein feuchtes, luftiges Anzuchtmedium, zum Beispiel Sphagnum Moos oder eine lockere Anzuchtmischung.
Wichtig sind:
- hohe Luftfeuchtigkeit
- Wärme
- helles, indirektes Licht
- sauberes Arbeiten
- Geduld
Die Samenanzucht ist eher etwas für Pflanzennerds mit Geduld und Experimentierfreude.
Also genau für die Sorte Mensch, die auch freiwillig winzige Wurzeln in transparenten Boxen beobachtet. Keine Namen. Wir kennen uns.
Blüte der Anthurium Veitchii
Die Anthurium Veitchii kann natürlich auch blühen.
Wie bei vielen Anthurien besteht die Blüte aus einem Kolben, dem sogenannten Spadix, und einem Hochblatt, der Spatha.
Bei dieser Pflanze sind aber ganz klar die Blätter das Highlight.
Wenn deine Anthurium Veitchii blüht, kannst du sie normal weiterpflegen. Achte nur darauf, dass sie während dieser Zeit nicht austrocknet und ausreichend Licht bekommt.
Typische Probleme bei Anthurium Veitchii
Gelbe Blätter
Gelbe Blätter können verschiedene Ursachen haben.
Häufige Gründe sind:
- zu viel Wasser
- zu wenig Licht
- Nährstoffmangel
- Wurzelprobleme
- Umstellungsstress
- natürliche Alterung alter Blätter
Wenn nur ein altes Blatt gelb wird und die Pflanze ansonsten gesund wächst, ist das meistens kein Drama.
Braune Blattränder
Braune Ränder entstehen oft durch zu trockene Luft, unregelmäßiges Gießen oder Salzablagerungen im Substrat.
Gerade bei großen Anthurienblättern sieht man solche Schäden schnell.
Kontrolliere Luftfeuchtigkeit, Wasserqualität und Düngung.
Neue Blätter bleiben stecken
Wenn neue Blätter sich nicht richtig entfalten, liegt das häufig an zu niedriger Luftfeuchtigkeit.
Mehr Luftfeuchtigkeit, Wärme und stabile Bedingungen helfen oft sehr.
Wurzelfäule
Wurzelfäule entsteht meist durch zu nasses oder zu kompaktes Substrat.
Anzeichen können gelbe Blätter, schlappe Stiele, schlechter Geruch oder matschige Wurzeln sein.
Dann solltest du die Pflanze austopfen, faule Wurzeln entfernen und in frisches, luftiges Substrat setzen.
Schädlinge bei Anthurium Veitchii
Auch die Anthurium Veitchii kann Schädlinge bekommen.
Typische Kandidaten sind:
- Thripse
- Spinnmilben
- Wollläuse
- Schildläuse
Kontrolliere regelmäßig Blattunterseiten, neue Blätter und die Bereiche an den Blattstielen.
Je früher du Schädlinge entdeckst, desto einfacher bekommst du sie in den Griff.
Wie teuer ist eine Anthurium Veitchii?
Die Preise hängen stark von Größe, Form und Anbieter ab.

Kleine Pflanzen der Narrow Form können schon relativ günstig sein. Größere Exemplare oder besonders schöne Pflanzen können deutlich teurer werden.
Als grobe Orientierung:
- kleine Pflanzen: etwa 15 €
- mittlere Pflanzen: etwa 50 bis 100 €
- größere Exemplare: etwa 100 bis 150 € oder mehr
Stand und Preise können sich natürlich ändern. Gerade bei seltenen oder beliebten Pflanzen schwankt der Markt gerne mal wie eine Alocasia nach falschem Gießen.
Ist die Anthurium Veitchii für Anfänger geeignet?
Für komplette Anfänger ist sie vielleicht nicht die allererste Pflanze, aber sie ist auch kein unmögliches Diva-Monster.
Wenn du bereits etwas Erfahrung mit Anthurien, Philodendren oder anderen Aroids hast, ist die Anthurium Veitchii gut machbar.
Wichtig sind vor allem:
- luftiges Substrat
- keine Staunässe
- hohe Luftfeuchtigkeit
- helles, indirektes Licht
- regelmäßige Kontrolle
Wenn diese Punkte passen, kann sie wirklich prächtig wachsen.
Fazit: Die Anthurium Veitchii ist königlich, aber machbar
Die Anthurium Veitchii ist eine beeindruckende Sammlerpflanze mit langen, gerippten Blättern und echtem Wow-Faktor.
Sie liebt helle, indirekte Lichtverhältnisse, hohe Luftfeuchtigkeit, warme Temperaturen und ein luftiges Substrat.
Beim Gießen solltest du darauf achten, dass sie gleichmäßig leicht feucht bleibt, aber niemals in Staunässe steht.
Vermehren kannst du sie am einfachsten durch Teilung. Samenanzucht ist möglich, aber eher etwas für Geduldsmenschen mit Pflanzenlabor-Vibes.
Wenn du ihr stabile Bedingungen gibst, belohnt sie dich mit Blättern, die mit der Zeit wirklich majestätisch werden können.
Und dann steht da nicht einfach eine Pflanze im Raum.
Dann steht da der King.
FAQ: Häufige Fragen zur Anthurium Veitchii
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